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Mein 1. Marathon ( Teil 3 )

Der Mittelrhein-Marathon - Mein erster Marathonlauf ( 42,195 km ) ( Teil 3 )

 

Das Km-Schild 30 ist zu sehen - noch gut 12 km zu laufen. In der Ferne erblickt man auch die ersten Bezirke von Koblenz. Es geht durch Rhens - eine Superstimmung, anfeuernde Zuschauer, Musikgruppen, die die neuesten Hits spielen, und unsere Gruppe ist noch beisammen. Und er kommt doch - der Mann mit dem Hammer....

Die Hitze forderte ihren Tribut - Bei km 32 merke ich meine Knie und meine Hüfte, Asphalt ist halt doch etwas anderes als weicher Waldboden. Aber es gibt Schlimmeres, zum Beispiel einen Krampf, von dem anscheinend schon der eine oder andere Mitläufer heimgesucht wurde. Viele stehen dehnend an der Seite oder können sich nur noch humpelnd fortbewegen, andere werden notärztlich versorgt und per Rettungswagen abtransportiert. Auch meine Beine spielen verrückt, der Magen rebelliert, der Schweiß läuft in Strömen und ich habe den Anschluss an meine Gruppe etwas verpasst - ein kleiner "Zwischenspurt" und ich bin wieder dran.

 

Ich muss leider wieder abreißen lassen, die ersten Krämpfe kommen und viele Gedanken gehen mir wieder durch den Kopf. Die innere Stimme gibt allerdings noch keine Ruhe: Warum tust du dir das an? Warum gibst du nicht einfach auf? Wie wär's mit Gehen, nur ein kleines Stück? Nein, nein und nochmals nein - meine ehemalige Verlobte steht doch im Ziel und wartet auf mich. Soll ich sie enttäuschen? Nein!!! Es wird immer schwieriger, an den Verpflegungsstationen wird reingeschüttet, was reingeht.

>!!! Habe fertig, Hitze, ZEIT EGAL !!!< ( frei nach G. Trappatoni )

Es geht nur noch ums gesunde Ankommen - Auch der linke, hintere Oberschenkel kündigte mittlerweile einen Krampf an. Die Schrittlänge hatte sich auf den letzten Kilometern drastisch reduziert, ein klares Anheben der   Beine war kaum mehr möglich. Ich wurde mehrmals überholt, konnte aber auch viele Mitläufer und Mitläuferinnen wieder "einsammeln". Endlich das Ziel vor Augen, letzte Kurve, alle Kräfte noch mal mobilisieren und ich hatte es tatsächlich gepackt. Nur ca. 50 m hinter meiner Gruppe lief ich  mit Gänsehaut, stehenden Nackenhaaren und mit der einen oder anderen Träne in den Augen unter dem Jubel der besten Ehefrau von allen ins Ziel. Ich hatte es tatsächlich gepackt - 42195 m bei brütender Hitze in 4:48 h.

Aktualisiert (Sonntag, den 27. Juni 2010 um 07:56 Uhr)

 
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